Fraktalwald

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Im Westen Pollens knistert der Boden und hebt sich langsam. Während das pollnische Erdenchakra immer wieder Wege gefunden hat, sich gegen Fungizidbomben der Spitalier zu wehren, gegen die Flammenwerfer der Wiedertäufer oder selbst die Diskordanz der von Spitaliern gesäten Psychovorensamen, scheint es nun gegen etwas neues zu unterliegen: Inmitten der Muttersporenfelder entstehen bizarre Wälder. Die Sporenfelder sterben ab.
Diese Wälder wachsen rasend schnell entlang fraktaler Linien aus dem Boden: Innerhalb von Stunden sprießen grellgrün, blass und durchscheinend Gräser und Bäume aus dem Boden, härten langsam aus. Es riecht nach feuchtem Laub und verfaulten Früchten. Blaugrüne Schnecken sitzen auf den Bäumen, doch sie bewegen sich nicht fort. Sie sind Teil des Gewächses. Wenn die Blätter welken, welken mit ihnen auch die Schnecken und fallen ab.
Feuer lässt im Wald augenblicklich kristallinen Dornen wachsen. Innerhalb von Sekunden weicht das Leben rund um die Hitzequelle in die benachbarte Vegetation. Ein Feuer im Zentrum eines Fraktalwaldes könnte ihn vernichten, würde ihn aber auch in eine dornige Todesfalle verwandeln.

Nach einigen Tagen tragen diese Wälder schwere, rote Früchte, die betörend duften. Der Wiedertäufer Emissär Wetzel der Erlesene streifte mit den Fingern über eine dieser Früchte ... Was dann geschah ist nicht sicher überliefert. Wetzels Aufzeichnungen dazu werden von Domstadt unter Verschluss gehalten, doch werden die Früchte heute nur den obersten Wiedertäufern gereicht: Sie sollen tiefe Emanationen hervor rufen und weniger gefestigte Charaktere in den Wahnsinn stürzen. Die pollnischen Sippen meiden die Früchte der Fraktalwälder. Zu bedrückend sind die Visionen.

Die Sippen beschützen die Fraktalwälder wie Heiligtümer. Sie ernten Knollen und Wurzeln, die sie allerdings stundenlang kochen müssen. Die Lebenskraft selbst im kleinsten Pflänzchen ist tödlich: Ungekocht schlägt die Pflanze drahtige Wurzeln, die innerhalb von Minuten in umliegende Organe wachsen. Die Pflanze bricht schließlich durch die Haut und bildet Blüten aus.

Die Sippen gehen mit den Wäldern eine Art Symbiose ein: Die Wälder ernähren die Sippen und diese wiederum beschützen die Wälder: Sie vertreiben Spinnen von den Bäumen, jagen Gürtelskolopender, vertreiben Spitalier und Apokalyptiker.

Manchmal bilden die Wälder riesige Fressknospen aus. Die Sippen opfern ihnen Kaninchen, erlegte Gendos, gesegnete Kinder, feindliche Krieger oder gefangene Spitalier. Die Knospen schließen sich anschließend und werden erneut von Gras überwachsen. Irgendwann geben die Knospen Mensch und Tier wieder frei. Für sie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, doch sie sind verändert. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 83)

Irgendwann ist die Lebensdauer der Fraktalwälder abgelaufen. Sie sterben: Bäume und Gräser vertrocknen, Früchte verfaulen. Die Sippen ziehen weiter.

Snippets

  • Bieten die pollnischen Sipplinge Fremden auf einem Stück Borke Speisen aus Wurzeln und Sprossen an, testen sie damit sein Vertrauen. Sie akzeptieren ein Nein, aber sie bleiben fortan auf Distanz und gehen keinen Handel mit dem Fremden ein. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 80f)
  • Die Chronisten haben die Fressknospen für sich entdeckt. Kleinste Veränderungen haben Auswirkungen auf den fraktalen Wuchs. Sind Fraktalwälder vielleicht riesige biologische Rechner? (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 84)

Quellen