Konzept

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Die Chronisten haben herausgefunden, das sich das Verhalten eines jeden Menschen einem von 22 Persönlichkeitsmustern, dem Konzept, zuordnen lässt. Der Stream spuckte dazu 22 Symbole aus, die sich ebenfalls im Tarot der Apokalyptiker finden:

0. Der Abenteurer

Leichtsinn, Übermut und die Suche nach den eigenen körperlichen und geistigen Grenzen sind die Triebfeder des Abenteurers. Ständig setzt er sich Situationen aus, die jenseits seiner Fähigkeiten liegen. Übersteht er sie, schöpft er Erfahrung und sucht nach neuen Leitmotiven. Den Abenteurer hält es nie lange an einem Ort, zu viel gibt es zu entdecken. Ruinen müssen erforscht, Passagen durchquert, Klans aufgespürt werden. Er umarmt die Angst als alten Freund; ohne sie ist alles fad. Nichts ist schlimmer als die Langeweile und Vorhersehbarkeit eines normalen Tages.

I. Der Schöpfer

Alles verfällt. Der Mensch stirbt einfach dahin. Nur seine Bauwerke und Erfindungen, das Wissen seiner Lebenszeit bleiben bestehen. Schöpfer sind getrieben vom Ziel, der Nachwelt etwas zu hinterlassen, den eigenen Namen nicht in Vergessenheit geraten zu sehen. Ständig tüfteln sie, suchen die größte Herausforderung, um sich an ihr zu beweisen und sie zu meistern. Sie errichten Monolithen, schenken einem Dorf eine Wehrmauer, schweißen Rohre für ein Bewässerungssystem zusammen, oder sie sehen ihr Lebenswerk im Erwecken des Streams. Nichts spornt einen Schöpfer mehr an, als mit einem Unterfangen seinem Namen ein Denkmal zu setzen.

II. Der Mentor

Lehren und Lernen hat die Menschheit über die Tierwelt erhoben. Der Mentor lebt in dieser Tradition und teilt sein Wissen mit erwählten Schülern. Er erkennt sich in ihnen, verewigt sich und sein Wissen durch sie. Er pflegt ihre Neugierde und leitet sie an. Eines Tages werden sie sein Werk weiterführen, und der Kreis schließt sich. Gleichgültigkeit den Wundern der Welt gegenüber, Stur- und Dummheit sind die Seuchen der Menschheit. Wer davon infiziert ist, wird vom Mentor verachtet.

III. Der Märtyrer

Aufopferung bis zur Selbstaufgabe ist der Lebenszweck des Märtyrers. Er zieht seine Kraft und Stärke daraus, sich vor die Schwachen zu stellen, sich als Erster in die Schlacht zu stürzen, zu arbeiten, wenn alle anderen bereits aufgegeben haben. Er empfängt den Schmerz, der für andere bestimmt war. Der Märtyrer weiß, dass sein Alleingang inspiriert, dass er stärker antreibt als jede feurige Rede. Seine Prinzipien stehen unverrückbar. Sie sind ihm Schild, Rüstung und Waffe gleichermaßen, ein gleißendes Beispiel für Willensstärke und Glaubenstreue. Als Vorbild fühlt er sich unverwundbar. Nichts kann ihn zur Aufgabe zwingen.

IV. Der Herrscher

Kontrolle ist der einzige Weg, ein Ziel zu erreichen. Die meisten Menschen sind kopflose Schaben, die gebändigt werden müssen. Aufgaben wollen verteilt, Befehle gebrüllt werden. Lässt man einmal nur die Zügel schleifen, verliert sich die Welt im Chaos. Der Herrscher muss seine Herde führen, über alle Fragen erhaben sein, die richtigen Entscheidungen treffen und selbst voranschreiten, wenn das Volk seine Weisheit nicht erkennt. Nichts ängstigt den Herrscher mehr, als Verantwortung und Macht auf andere zu übertragen.

V. Der Sucher

Woher kommen wir, wohin gehen wir? Die Fragen des Lebens und des Todes treiben den Sucher um, er will der Welt die großen Geheimnisse entreißen, sie bis auf die Knochen sezieren, Fragen stellen, die niemand bislang ersonnen hat - und sie beantworten. Was ist die Ursache für das 2-hoch-16-Phänomen? Woher kamen die Asteroiden? Was ist die Natur des Primers? War dies wirklich der erste Einschlag? Der Sucher gräbt im Dickicht der Vergangenheit und den Laboren der Jetztzeit nach Erklärungen, die Zeit im Nacken.

VI. Der Heiler

Der Heiler sieht den Zerfall der Welt und kämpft gegen ihn an. Ob fleischliche Wunde, verkümmerte Erde, ausgebrannter Geist oder zerbrochene Technik, der Heiler sieht seine Aufgabe darin, die alte Ordnung wieder herzustellen. Ein Knochen kann geschient, die trockene Krume bewässert und ein alter Kahn hergerichtet werden. Jeder Handgriff wird mit Sorgfalt ausgeführt, damit der Zerfall nicht schon morgen wieder das Werk gefährdet. Der Heiler gibt nichts auf, in dem noch Hoffnung steckt.

VII. Der Traditionalist

Ordnung ist Sicherheit, sie trennt den Menschen vom Affen. Sie sorgt dafür, das er nicht ziellos umherwandert und dem nächsten Rudel Gendos zum Opfer fällt. Oder einem Verführer. Wer sich an den Traditionen orientiert, wer die Familie ehrt und in ihrem Sinne handelt, vertreibt das Chaos aus der Welt. Nichts ist dem Traditionalisten mehr zuwider als Anarchie. Er beschwört die Menschen, auf das Gestern zu blicken, wenn die Fragen im Heute an ihnen zerren. Er hält an den althergebrachten Regeln fest, passt sie nicht an, komme was wolle. Es würde ihm den Boden unter den Füßen wegfegen. Er hasst Veränderung, will sich nur einreihen in das Beständige.

VIII. Der Vermittler

Wenn alle die gleiche Sprache sprächen, Streit und Missverständnisse wären überwunden. Der Vermittler sieht sich als Sprachrohr der Parteien, sucht Frieden im Gleichklang, beschwört und besänftigt. Er verinnerlicht die Motive der Parteien, arbeitet Gemeinsamkeiten heraus und unterbreitet sie den Streitenden, schärft das Verständnis für den jeweils anderen. Gebrüll und laute Worte liegen dem Vermittler nicht. Die Emotion muss hinter der Vernunft zurückstehen.

IX. Der Eremit

Ständig sind Menschen um einen herum, brabbeln ohne Unterlass, dass jeder Gedanke im Meer der gesprochenen Nichtigkeiten ersäuft. Der Eremit sucht keine Begleitung, alle sind ihm lästig. Er will sich nicht mitteilen und er will auch die Geschichten der anderen nicht hören. In der Gruppe flieht er stets ins Abseits, braucht seine Ruhe vor dem Lärm der Welt. Als Einzelgänger lebt es sich soviel besser. Keine Verantwortung gegenüber niemandem und nur sich selbst überlassen zu sein, erfüllt den Eremiten zutiefst. Nur in absoluter Einsamkeit hat er seinen Frieden.

X. Der Ketzer

Der Ketzer glaubt an nichts, und nichts ist ihm heilig. Regeln, Religionen, Traditionen, alles kann und muss hinterfragt werden. Er sucht nach Fehlern im System, will den Glauben in Anderen erschüttern. Rebellion, Aufruhr, Aufstand sind die Brandzeichen des Ketzers, er will den Stillstand und die Traditionen zersetzen, die heikle Zivilisation an ihren Idealen brechen sehen. Er sät Zweifel, und es ist gut so. Je mehr Menschen ausscheren, umso größer wird seine Anhängerschaft.

XI. Der Eroberer

Der Eroberer existiert nur im Spannungsfeld der Kräfte. Jede Schlacht ist für ihn ein Spiel der Gewalten, jede Entscheidung ein Schachzug des Lebens. Der Sieg bedeutet ihm alles, von Moral faseln nur die Verlierer. Der Eroberer schöpft seine Kraft aus der Maßlosigkeit seines Egos, seine Selbstüberschätzung treibt ihn zu großen Taten. Bescheidenheit gilt ihm als falsch und eitel - er prahlt mit dem, was er sich erstreitet.

XII. Der Absonderliche

Manche Menschen haben zu viel gesehen. Etwas zerbrach in ihnen, lenkte ihre Gedanken auf seltsame Wege. Niemand will mit ihnen etwas zu schaffen haben. Die Art des Absonderlichen verstört seine Umwelt, seine Nähe löst Unbehagen aus. Das Entsetzen, das er in anderen weckt, saugt er auf wie Muttermilch. Es nährt und verstört ihn, verstärkt seine Fremdartigkeit. Er liebt es, sich in Phantasien zu verlieren und die Angst in den Augen seiner Gegenüber glimmen zu sehen. Wenn sie erkennen, dass er jedes zivilisatorische Gefühl wie Mitleid oder Verantwortung abgestreift hat, und dass durch seine Augen eine Bestie auf sie blickt. Wahnsinn hat sich im Hirn des Absonderlichen eingenistet. Er ist eine Zeitbombe ohne dazugehöriges Uhrwerk. Tick tack.

XIII. Der Zerstörer

Um Raum für etwas Neues zu schaffen, muss das Alte vernichtet werden. Der Zerstörer folgt diesem Prinzip und lässt seinem Wahn freien Lauf. Sein Feindbild ist umfassend und selten nur in einem Menschenleben zu zertrümmern. Er jagt es in die letzten Ecken dieser Welt, bekämpft und merzt es aus. Auch wenn er behauptet, seine Taten einem höheren Zweck anzudienen, handelt er doch nur in eigener Sache. Wenn sein Zerstörungswerk vollendet ist und Neues sprießt, ist er längst weitergezogen. Den Blick richtet er nie zurück.

XIV. Der Auserwählte

Die Menschen strömen herbei, um ihn zu sehen, sich in seinem Glanz zu sonnen. Seit der Auserwählte denken kann, hängen die Menschen an seinen Lippen. Jedes seiner Worte wird als Weisheit verstanden. Das blieb nicht ohne Folgen, und so sieht er sich selbst als Lösung jedes Problems. Er ist das Schwert, das den gordischen Knoten zerteilt, und er ist der Messias, auf den die Gemeinde gewartet hat. Seine Anwesenheit treibt die Menschen an, zum Guten wie zum Schlechten. Wer ihn ablehnt und Blender schimpft, ist in seinen Augen verdammt im Unglauben.

XV. Der Zerwerfer

Der Zerwerfer kleidet sich in ein Gewand aus Neid. Warum sollen andere immer mehr bekommen als er? Warum sollen sie glücklicher sein, schöner, stärker? Der Zerwerfer erträgt das Glück der anderen nicht. Wenn er sie in den Staub ringt, wenn er Streit zwischen den Parteien sät, wenn er Liebende gegeneinander aufhetzt, dann erfüllt er seine Bestimmung. Dem Zerwerfer sind all jene untertan, die sich stets benachteiligt fühlen, und die Schuld dafür bei anderen suchen.

XVI. Der Bewahrer

Die Welt ist voller Schätze, im Kleinen wie im Großen, und sie alle gilt es zu bewahren. Der Bewahrer stellt sich wie ein Turm vor seine Schützlinge, ob Mensch oder Objekt. Sein Bestreben ist der Erhalt der Dinge, seien es Artefakte, kulturelle Errungenschaften oder menschliches Leben. Wem auch immer sich der Bewahrer verschreibt, er schützt es mit seinem Leben und bis zur eigenen Vernichtung.

XVII. Der Visionär

Wenn sich das Wissen schließlich der Zeit entkleidet und in den Vordergrund tritt, hat der Visionär es bereits erspäht. Er sieht den Lauf der Welt, denkt Jahrzehnte in die Zukunft, prangert an und beschwört die Vernunft der Menschen. Er erhofft sich dadurch, einem besseren Morgen den Weg zu bereiten. Sein Intellekt und seine Visionen prägen den Fortschritt der Menschheit.

XVIII. Der Fanatiker

Der Glaube lässt den Fanatiker Berge versetzen. Er schindet sich jenseits menschlichen Fassungsvermögens, überwindet jede Grenze. Seine Kraft bezieht er aus der Demut vor seinen Herren. Für seine Religion, seinen Kult und seine Ideologie gibt er sein Leben, täglich beweist er seinen Wert für die Sache. Er entbrennt im Wahn und entzündet andere Geister um sich herum, bis nichts bleibt als verwehende Asche und gleißender Glauben.

XIX. Der Schüler

Das Wissen ist ein Meer, das der Schüler zeit seines Lebens bereisen wird. Er folgt großen Lehrern, sucht die vergessenen Bibliotheken des Urvolks, wird von seiner Neugier umgetrieben. Sein Wissen ist enorm, aber niemals ausreichend. Er vereint viele Lebenswege und Spezialisierungen in sich, doch für einen Weg kann er sich nicht entscheiden.

XX. Der Rechtschaffene

Handeln und Gewissen lassen sich nicht trennen, und das Gewissen des Rechtschaffenen ist rein. Er sieht die Welt in starken Kontrasten, wird von den Menschen um sich herum als selbstgerecht wahrgenommen. Tatsächlich schlägt er keinen Möglichkeit aus, seine Idee der Rechtschaffenheit durchzusetzen. Als Hüter von Glaubens- oder Gesetzesfragen unterteilt er jeden Menschen, jede Handlung, jedes Volk, sogar jede Regung in gut und schlecht. Mit sich selbst ist er stets im Reinen.

XXI. Der Wanderer

Der Wanderer muss die Welt bereisen, um an ihr und ihren Menschen zu wachsen. Er sammelt Eindrücke und Erfahrungen wie andere Gendoschädel, und er behält sie nicht für sich. Er verbreitet gute und schlechte Nachrichten, verbindet das Hinterland mit den Metropolen, spannt ein Band zwischen Klans und Kulten. Er ist rastlos, sehnt sich nach der Straße.

Quellen