Richter

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Kultsymbol Richter by SIXMOREVODKA
Richter by SIXMOREVODKA

Das Gesetz trägt Mantel, Schlapphut, Brille, Muskete und Hammer. Die selbsternannten Ordnungshüter drücken ihre Ansichten auch gewaltsam auf und bringen Dörfer und Gebiete unter die Kontrolle und den Schutz des Protektorates Justitian, der größten und wichtigsten Siedlung in West-Borca. Sie ziehen beritten und mit dem Kodex durch das Ödland und bringen Recht und Ordnung in die gesetzlosen Gebiete. Die Gerüchte, die von Korruption und Degeneration sprechen, sind nur Lügen von Verbrechern und Starrköpfen, die sich nicht dem Gesetz beugen wollen. Verstanden, Bürger? Und jetzt weitergehen!

Geschichte

Im Jahre 2381 tauchte ein Mann in der Nähe der Ruinen von Bochum auf. In einem kleinen Dorf in der Nähe schnappte er einen verletzten Klanner, den seine Bande dort zurück gelassen hatte. Er zählte dessen Verbrechen auf und exekutierte den Klanner anschließend vor den Augen des gesamten Dorfes mit einem einzigen Schlag eines geliehenen Vorschlaghammers. Er nannte sich der Richter und zog fortan durch die umliegenden Dörfer, vermittelte in Streitfällen, und richtete die Gefangenen, die die Dörfler fortan zu ihm brachten, sobald er ein Dorf betrat. Er war brutal, aber gerecht und zog eine blutige Spur durch die Reihen der Gesetzlosen. Diese wollten sich das nicht gefallen lassen und versuchten ihn zu töten. Aber ohne Erfolg: Der Richter war zäh und kam immer wieder auf die Beine. Sein Ruhm wuchs und schon bald scharten sich die ersten Gefolgsleute um ihn. Zumeist junge Männer, die ihn mit Essen versorgten, ihn mit Informationen versorgten und ihn schließlich beschützten und seinem Vorbild nachfolgten.
Die Chronisten boten den Richtern und den zivilisierteren Sippen des nördlichen Ödlands eine Heimat in der Nähe ihres Zentralen Clusters und legten damit den Grundstein zur Gründung Justitians. Auch bei dieser Namensgebung hatten die Chronisten ihre Finger im Spiel, ebenso wie bei vielen anderen Entscheidungen in der Folgezeit. Ihrem Rat ist es auch zu verdanken, das sich schließlich ein Richter über die anderen erhob und als Erster Richter von nun an über den Kult herrscht.
Dieser Richter war Justus I. Er vertiefte die Kluft zwischen Advokaten, die fortan Gesetze erarbeiten sollten, und Protektoren, die diese Gesetze durchsetzten und Recht sprachen. Kam es zu Streitigkeiten unter den Richtern, löste Justus I. diese durch Hierarchie. Fortan wurde zwischen Nieder- und Hochrichtern unterschieden. Damit waren die Strukturen des Kults klar. Die Expansion konnte beginnen: Siedlung um Siedlung unterwarf sich dem Richtspruch Justitians. Das Protektorat war geboren.

Aussehen und Kleidung

Rekrutierung und Aufstieg

Ränge der Richter

Verbreitung

Kultur Beschreibung
Borca Das Protektorat ist das sichtbare Einflussgebiet der Richter. Hier steht die Wiege ihres Kults.
Franka Die Richter schafften es, das Protektorat bis in den Osten Frankas auszudehnen.

Wichtige Charaktere

Name Beschreibung
Der Richter Er begründete den Kult und scharte die ersten Jünger um sich, die ihm nacheiferten. Der Richter selbst verschwand irgendwann einfach.
Justus I Der erste Erste Richter Justitians. Er überarbeitete das Testament des Kultbegründers und nannte es fortan Kodex.
Archot Der amtierende Erste Richter Justitians.
Rutgar Der Anführer der schwarzen Richter.
Laika, Die Hündin Sie ist die Protektorin des Technikcentrums und regiert das Schrotterviertel. Sie gilt als verbissen und zäh, weswegen es im Technikcentrum kaum zu Auffälligkeiten kommt. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 195)
Phillipe Lautreche Der Advokat herrscht als gottgleicher Tyrann über ein frankisches Dorf. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 195)

Beziehungen

...

Was denken Richter über:

Kult Stereotyp
Anubier Africaner. Die Richter haben nichts gegen sie, solange sie keinen Ärger machen.
Apokalyptiker Apokalyptiker bedeuten Ärger und wenn es soweit ist, haben die Richter eine Antwort.
Bleicher Für die Richter sind alle Bleicher Diebe, die sich nur bei Nacht aus ihren Verstecken trauen. Sie behalten die Apokalyptiker im Auge.
Chronisten Sie sind die Verbündeten des Ersten Richters und tragen den Richtern Informationen zu.
Geissler Die Söldner der Neolibyer. Mehr haben die Richter nicht über sie zu sagen.
Hellvetiker Soldaten ohne Ambitionen. Sie haben die Ausrüstung um weite Teile Purgares und Borcas unter ihre Kontrolle zu bringen, aber sie sind selbst in ihrer eigenen Heimat gescheitert.
Jehammedaner Seit sich Jehammedaner und Wiedertäufer besinnen und die Kämpfe in der Adriatischen Tiefebene abflauen, halten sie auch im Protektorat Abstand voneinander.
Neolibyer Der Erste Richter hat bestimmt, das kein Protektoratsbürger mit den Neolibyern Geschäfte machen darf. Ein Zugeständnis an die Chronisten?
Schrotter Lumpengesellen, aber sie halten sich an die Regeln.
Sipplinge Die Richter beschützen die Bürger des Protektorats. Die wilden Klans verstehen nur die Sprache der Gewalt.
Spitalier Die Ärzte üben den engen Schulterschluss mit dem Ersten Richter. Früher haben sie versucht die Regeln der Richter zu untergraben, heute kommt es den Richtern so vor, als machen die Spitalier die Regeln, an die sich die Richter zu halten haben.
Wiedertäufer Lange haben die Richter die Täufer auf Anraten der Chronisten belauert. Heute sagen die Chronisten das Gegenteil. Die Richter fragen sich, wer wirklich die Kontrolle hat.

Begriffe und Sprache

Die Protektoren bemühen sich, die Sprache des Volkes zu sprechen, doch beinhaltet die Sprache der Richter auch eine Reihe lateinischer Ausdrücke:

  • primus inter pares, der Erste unter Gleichen. Eine Bezeichnung für den Ersten Richter.
  • Eine Verhandlung wird coram publico, vor der Öffentlichkeit, abgehalten.
  • Audiatur et altera pars!, man sollte auch die andere Seite hören! So werden Vertreter der Gegenseite in den Zeugenstand gerufen.
  • Per aspera ad astra, auf rauen Pfaden zu den Sternen - durch Kampf zum Sieg. Der Schlachtruf der Richter.
  • Punctum!, Schluss! So beenden Richter oft ihr Urteil.
  • Mors certa, hora incerta, der Tod ist gewiss, seine Stunde ungewiss. Eine beliebte Einleitung eines Todesurteils.
  • de iure, von Rechts wegen. Eine gängige Floskel in Urteilsbegründungen.
  • (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 186)

Probleme und offene Plots

Snippets

  • Neue Protektoren müssen das Tribunal von sich überzeugen. Es kommt auf Treffsicherheit beim Zielschießen, körperliche Kraft und Wissen über den Kodex an. Vor einem Vertreter des Senats schwören die neuen Protektoren anschließend in der Richthalle "Pflichterfüllung bis in den Tod" und besiegeln diesen Eid mit einem krachenden Schlag auf einen blechbeschlagenen Richtklotz. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 186)
  • Neue Advokaten werden stundenlang auf ihre Rechtskunde geprüft. Auch sie müssen mit der Muskete schießen, doch dann werden sie im Senatsaal eine fiktive Verhandlung leiten, mit fiktiven Fällen, fiktiven Angeklagten, Zeugen, Opfern. Erst, wenn diese Verhandlung das Tribunal zufrieden stellt, dürfen die Anwärter den Schwur auf den Kodex ablegen und sind fortan Advokaten. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 187)
  • Der Erste Richter sitzt zwei Senaten vor. Jeweils acht Hardliner bilden einen Senat. Im einen die Protektoren, im anderen die Advokaten. Sie treffen die wegweisenden Entscheidungen. Nur selten allerdings ist nur eine Fraktion zuständig. Die Folge sind endlose Redegefechte und Bespitzelungen der jeweils anderen Seite. Der Erste Richter könnte schlichten, aber er hält sich zurück und genießt die Diskussionen. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 186)
  • Da es zu wenig Richter gibt, werden in entlegenen Ortschaften Laienrichter eingesetzt. Meist sind es die Obersten einer Siedlung oder angesehene Händler, selten auch verdiente Veteranen, die in Schnellverfahren zu Schöffen ausgebildet werden. Sie dürfen in Abwesenheit eines Richters Recht sprechen, kleinere Urteile sofort vollstrecken und bei anderen Vergehen, den Angeklagten bis zu einer Prüfung durch einen Richter festsetzen. Bestätigt der Richter das Urteil eines Schöffen ist es rechtskräftig und unumkehrbar. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 186)
  • Die Strafen der Richter sind öffentlich und direkt, Gefängnisse werden nach dem Fall Ferropols nicht mehr betrieben. Bei Dieben werden die Hände und Unterarme mit einer stinkenden Flüssigkeit blau gefärbt, bei Lügnern und Betrügern die Mundpartie. Es dauert Wochen oder Monate, je nach Mischung, bis die Farbe verblasst und der gesellschaftliche Bann von den Verurteilten abfällt. Sie erhalten eine zweite Chance. Wiederholungstäter haben härtere Strafen zu fürchten: Dieben werden die Fingerknöchel an beiden Händen zertrümmert, Betrügern mit einer glühenden Klinge die Zunge gespalten. Vergewaltiger und Mörder erhalten keine zweite Chance. Sie werden mit dem Richteisen auf der Stirn gebrandmarkt und aus dem Protektorat verbannt. Kehren die Verurteilten dennoch zurück, dürfen die Geschädigten oder Hinterbliebenen die Strafe bestimmen: Zerschmettern einer Gliedmaße mit dem Richthammer, oder deren Herausreißen mit Hilfe des Richterpferdes. In besonders schweren Fällen beendet ein Schlag mit dem Richthammer auf den Kopf das Leben des Delinquenten. Verurteilte geringerer Verbrechen werden vor die Wahl gestellt, den Opfern einen Schadenstribut zu zahlen oder mit rot markierten Gesichtern in Justitian Strafarbeiten zu verrichten: Mit Schaufeln bewaffnet, den Staub bekämpfen, Straßen ausbessern, Gebäude errichten, Unrat aus den Schandstraßen schaufeln. Erst wenn die Farbe verblasst, dürfen sie unbehelligt gehen. Wer vorher flieht, wird wie ein Schwerverbrecher behandelt. Gnade ist in den Augen der Richter eine Schwäche, die sie sich nicht leisten können. (Siehe: Degenesis Rebirth Edition - Primal Punk; Seite 188)

Quellen